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Liebe gute alte Zeit

Das Hohenloher Freilandmuseum veranschaulicht das Leben unserer Vorfahren. Über 50 alte Häuser, vom Armenhaus bis zum großbäuerlichen Hof, sind zu sehen.

 

Besuchen Sie z.B. ein Bauernhaus, das früher als großes Anwesen galt. In der niedrigen, ehemaligen Küche können sich die Kinder bei einer Führung rund um den Esstisch setzen und einstige Küchengerätschaften wie den großen Krauthobel, die Rahmschüssel und das Waffeleisen kennen lernen, oder den Pfannenknecht, der die Pfanne zum Ausschöpfen schräg hält.

 

Bei Tisch hatten früher alle Familienmitglieder mit Gesinde den Brei mit Schweineschmalz zumeist aus einer einzigen Schüssel gegessen und sich gern durch geschicktes Löffeln gegenseitig das Fett abgegraben. Auch dass die
Kinder früher oftmals mit ihrem Schüsselchen auf der Treppenstiege sitzen und essen mussten, weil am Tisch kein Platz mehr war, erfahren die Besucher. „Bohnenkaffee war früher sehr teuer und so gab es ihn nur zum Geburtstag der Bäuerin und zum Weihnachtsfest. An allen anderen Tagen tranken die Menschen Malzkaffee, dem man - des intensiveren Geschmacks wegen - geröstete Zichorienwurzel beimengte. Während des Tages wurde auf dem Feld oder im Stall gearbeitet.

 


Drinnen im Haus wurde gesponnen, genäht und gewebt. War es schon dunkel, hat ein brennender Kienspan den Raum dürftig erhellt. Aufgabe der Großmutter oder des Großvaters war es, darauf acht zu geben, dass vom Kienspan keine Glut auf den Holzboden oder gar in dessen Ritzen fiel, was dann einen Hausbrand hätte auslösen können.

 

Puppenstubenhaft wirken die alten Bauernhäuser mit ihren Türmchen, Fensterchen und Blumenkästchen. Doch die Idylle trügt. Die „gute, alte Zeit“ war eine Zeit, in der die Menschen sehr hart arbeiten mussten. Wie beispielsweise so ein Arbeitstag früher aussah und vieles mehr, erfahren Kinder und Erwachsene bei einem Besuch im Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen.

 

Um 6 Uhr früh läutete die Glocke zum ersten Mal. Sie schickte die Bauersleute zum Füttern in den Stall. Beim 11-Uhr-Läuten wusste die Hausfrau, dass sie nun mit der Zubereitung des Mittagessens beginnen musste. Die Vesperglocke läutete um 16 Uhr eine willkommene Pause auf dem Feld ein. Wenn es am Abend dunkel wurde, war die Betglocke zu hören. Keine unverheiratete Frau durfte sich danach noch auf der Straße aufhalten.

 

Tat sie es doch, musste sie zehn Gulden Strafe zahlen, ein Betrag, so hoch wie der Lohn, den eine Kleinmagd in drei Jahren verdiente. Einige heute gebräuchliche Redewendungen haben ihren Ursprung in der „guten, alten Zeit“: „Etwas auf der hohen Kante haben“ beispielsweise hat seinen Ursprung darin,
dass die Bauersleute auf die Kante des Himmels über ihrem Bett ihr Erspartes legten. Und die Gardinenpredigt hat den spät aus der Gastwirtschaft Heimkommenden erwartet, wenn er den Vorhang des Himmelbettes zur Seite zog, um ins Bett zu steigen.

 

Mehr als 50 alte Gebäude vom Armenhaus über Handwerkerhäuser und Scheunen bis zu großbäuerlichen Höfen sind im Freilandmuseum zu sehen. Auch Kühe, Schweine, Gänse und Schafe leben dort. Das Museum kann mit und ohne Führung besichtigt werden. Interessant sind die vielfältigen Aktionstage, die das Leben



Hohenloher Freilandmuseum
74523 Schwäbisch Hall-Wackershofen
E-mail: info(at)wackershofen.de
Telefon: 0791/97101-0
Fax: 0791/97101-40
Öffnungszeiten, Eintrittspreise etc.
unter www.wackershofen.de

 









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